Qualifizierte Nahversorgung im Lebensmitteleinzelhandel

Studie der Hafencity-Universität Hamburg (HCU) sowie der International Real Estate Business School der Universität Regensburg (IRE|BS) im Auftrag des Handelsverband Deutschland (HDE) sowie des Bundesverbands des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels (BVL).

Die Studie zur qualifizierten Nahversorgung hat untersucht, welchen Einfluss die unterschiedlichen Betriebsformen, die Größe der Betriebe und die verschiedenen Standortlagen auf die Attraktivität und die Bedeutung als Nahversorgungsstandort haben.

Im Rahmen des Forschungsprojektes wurde unter anderem das Einkaufsverhalten mit Gütern des täglichen Bedarfs, d. h. vor allem mit Lebensmitteln, näher betrachtet. Zu den Fragestellungen gehörte u. a., ob sich die Einzugsbereiche der verschiedenen Angebotsformen im Lebensmitteleinzelhandel (Discounter vs. Supermarkt) und die Ansprüche der jeweiligen Kunden voneinander unterscheiden, ob es signifikante Unterschiede bei der Standortwahl sowie in der Projektentwicklung der einzelnen Betriebstypen gibt und wie unter anderem die Kommunen mit den Standortanfragen der Betreiber/Investoren umgehen.

Das Forschungsvorhaben liefert einerseits Erkenntnisse zur Qualität der Versorgung, andererseits macht es vor dem Hintergrund der baurechtlichen Vorgaben nach § 11 Abs. 3 BauNVO auf Probleme innerhalb der Genehmigungspraxis bzw. bei der Aufrechterhaltung und/oder Entwicklung von Versorgungsstandorten aufmerksam.

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Die zentralen Ergebnisse der Nahversorgungsstudie lassen sich wie folgt zusammenfassen:
 
Nachfrageverhalten:

  • Das Nachfrageverhalten der Bevölkerung wird wesentlich durch das Angebot im Umfeld bestimmt (vgl. HCU Hamburg/Universität Regensburg (2013): Qualifizierte Nahversorgung im Lebensmitteleinzelhandel. Endbericht. S. 33).

Wohnortnahe Versorgung:

  • Eine Erhebung der Bestandssituation in den Untersuchungsregionen zeigt, dass kleine (weniger als 800qm Verkaufsfläche) und mittelgroße Supermärkte (mit 800 bis 1.500qm, durchschnittlich 1.200qm Verkaufsfläche) – historisch bedingt – vergleichsweise häufiger in integrierten Lagen (Zentrum, Wohngebiet) vertreten sind als Discounter (vgl. ebd. S. 109).

Integrierte Lage der Lebensmittelmärkte:

  • Lebensmittelmärkte an integrierten Standorten - hierunter sind sowohl Märkte in den Zentren als auch in Wohnsiedlungsbereichen zu verstehen - weisen einen deutlich höheren Anteil an Kunden aus dem direkten Wohnumfeld (bis 1.000 Meter Entfernung) auf, als an nicht-integrierten Standorten. Dies gilt für alle Betriebstypen (vgl. ebd. S. 55).

Verkaufsflächen und Einzugsbereiche:

  • Die Gegenüberstellung von mittelgroßen Supermärkten (800 – 1.500 qm, durchschnittlich rd. 1.200 qm Verkaufsfläche) zu klein- und großflächigen Discountern zeigt, dass trotz unterschiedlicher Verkaufsflächen die Einzugsbereiche dieser beiden Betriebstypen vergleichbar sind. Es lässt sich auch nicht belegen, dass sich ab einer  bestimmten Verkaufsfläche der Einzugsbereich eines Lebensmittelmarktes signifikant vergrößern und somit entsprechend mehr Kaufkraft aus weiter entfernt liegenden Wohngebieten gebunden würde. Es ist deshalb anzunehmen, dass sich die räumlichen Auswirkungen von Discountern und mittelgroßen Supermärkten (800 – 1.500 qm, durchschnittlich rd. 1.200 qm Verkaufsfläche) nicht wesentlich voneinander unterscheiden. Die Betriebsformeneffekte werden vielmehr von der Siedlungsstruktur, Stadtgröße, Lage und Anbieter geprägt (vgl. ebd. S. 115/116)

 

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Studie der Hafencity-Universität Hamburg (HCU) sowie der International Real Estate Business School der Universität Regensburg (IRE|BS) im Auftrag des Handelsverband Deutschland (HDE) sowie des Bundesverbands des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels (BVL).

 

Die Studie zur qualifizierten Nahversorgung hat untersucht, welchen Einfluss die unterschiedlichen Betriebsformen, die Größe der Betriebe und die verschiedenen Standortlagen auf die Attraktivität und die Bedeutung als Nahversorgungsstandort haben.

Im Rahmen des Forschungsprojektes wurde unter anderem das Einkaufsverhalten mit Gütern des täglichen Bedarfs, d. h. vor allem mit Lebensmitteln, näher betrachtet. Zu den Fragestellungen gehörte u. a., ob sich die Einzugsbereiche der verschiedenen Angebotsformen im Lebensmitteleinzelhandel (Discounter vs. Supermarkt) und die Ansprüche der jeweiligen Kunden voneinander unterscheiden, ob es signifikante Unterschiede bei der Standortwahl sowie in der Projektentwicklung der einzelnen Betriebstypen gibt und wie unter anderem die Kommunen mit den Standortanfragen der Betreiber/Investoren umgehen.

Das Forschungsvorhaben liefert einerseits Erkenntnisse zur Qualität der Versorgung, andererseits macht es vor dem Hintergrund der baurechtlichen Vorgaben nach § 11 Abs. 3 BauNVO auf Probleme innerhalb der Genehmigungspraxis bzw. bei der Aufrechterhaltung und/oder Entwicklung von Versorgungsstandorten aufmerksam.

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