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Bewusstsein für Arbeitsschutz in Entwicklungsländern fördern - Kommentar von Heribert Jöris

Der von den G 7-Staaten geplante sogenannte Vision Zero Fund zum Schutz von Arbeitern in ärmeren Ländern hat einen entscheidenden Geburtsfehler.

Nach der Vorstellung der G 7-Minister soll der Fonds Maßnahmen zur Unfallprävention finanzieren. Das Geld soll aus Mitteln der G 7-Staaten und von Unternehmen aus den G 7-Staaten kommen. Dieser Finanzierungsansatz ist fragwürdig. Die Prävention muss von den vor Ort ansässigen Betrieben organisiert und aufgebracht werden. Nur so kann bei den Unternehmen vor Ort das notwendige Verständnis dafür geweckt werden, dass sie selbst die Hauptverantwortung für die Organisation des Arbeitsschutzes tragen müssen. Mit Hilfe des Fonds eine Abwälzung der Risiken zu ermöglichen, ist das falsche Signal.

Nur, wenn die Unternehmen vor Ort selbst dafür geradestehen müssen, können auch die Kosten für den Arbeitsschutz in die Produktionskosten eingepreist werden und so dauerhaft zu einem fairen Preiswettbewerb führen. Und nur so können die Unternehmen motiviert werden, nachhaltig in den Arbeitsschutz ihrer Mitarbeiter zu investieren. Eine bessere Prävention muss sich für die Unternehmen, die für die Einhaltung des Arbeitsschutzes verantwortlich sind, auch auszahlen. Das tut es jedoch nicht, wenn am Ende die Maßnahmen über anonyme Fonds von Dritten bezahlt werden. Das deutsche Beispiel der umlagefinanzierten Berufsgenossenschaften zeigt, wie es besser gehen kann. Denn Unternehmen und Branchen, die eine gute Präventionsarbeit leisten, werden dort am Ende durch niedrigere Beiträge und Beitragsnachlässe belohnt. So entsteht auch ein deutlicher finanzieller Anreiz, in gute Arbeitsschutzmaßnahmen zu investieren.

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