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Was ist „einfacher Ladendiebstahl“, „schwerer Ladendiebstahl“ und welche Zahlen stecken dahinter?

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Einfacher Ladendiebstahl

Seit 1997 war die Zahl der einfachen Ladendiebstähle kontinuierlich rückläufig. Ausgehend von einem immer noch hohen Niveau ist die Zahl der einfachen Ladendiebstähle von 2013 bis 2015 aber um rund 9 Prozent angestiegen. Erfreulicherweise sind die Zahlen von diesem sehr hohen Niveau in den Jahren 2016 und 2017 zurückgegangen. Sie liegen nun mit rund 330.000 Delikten um knapp 2 Prozent unter den Werten des Jahres 2013. Wegen der hohen Dunkelziffer von 98 Prozent ist aber davon auszugehen, dass im Jahr 2017 tatsächlich immer noch rund 16,5 Mio. einfache Ladendiebstähle verwirklicht wurden.

Einfacher Ladendiebstahl


Schwerer Ladendiebstahl

Ein schwerer Ladendiebstahl wird z. B. verwirklicht, wenn der Dieb bei der Tat eine Waffe bzw. ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt oder als Mitglied einer Bande agiert. Der Anstieg dieser besonders schweren, mit Gefahren für die Beschäftigten verbundenen und mit hoher krimineller Energie ausgeführten Taten ist mit rund 20 Prozent seit 2013 sehr problematisch, auch wenn die Zahlen 2017 im Vorjahresvergleich rückläufig waren. Es wird vermutet, dass ein Viertel der Ladendiebstahlsdelikte bandenmäßig und im Rahmen der organisierten Kriminalität ausgeführt wird. Häufig bleiben der Polizei kriminelle Strukturen aber verborgen und auch schwere Delikte ungesühnt, weil die Täter überregional und technisch gut ausgestattet vorgehen, die Staatsanwaltschaft bei aufgedeckten Einzeltaten die Strafverfahren einstellt, keine Vernetzung der Behörden besteht und Untersuchungshaft zur Ermöglichung weiterer Ermittlungen nicht angeordnet werden kann.

Schwerer Ladendiebstahl


Aufklärungsquoten

Während die Zahl der Ladendiebstähle im vergangenen Jahr gesunken ist, konnten 2017 im zahlenmäßig größten Bereich der einfachen Ladendiebstähle die Aufklärungsquoten nicht signifikant verbessert werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die statistisch ausgewiesene verhältnismäßig hohe Aufklärungsquote auf die Selbsthilfe der Einzelhändler zurückzuführen ist. Wie in der Polizeilichen Kriminalstatistik des Jahres 2016 eingeräumt wird, werden die statistisch erfassten Ladendiebe „bei Anzeigenerstattung in der Regel (vom Einzelhändler) gleich mitgeliefert“. Soweit dies dem Einzelhändler nicht möglich ist, wird in der Praxis regelmäßig auf eine Strafanzeige verzichtet, da eine Ermittlungstätigkeit der Strafverfolgungsbehörden in der Realität ohnehin nicht stattfindet und die Anzeigenerstattung damit nur Bürokratie verursacht, aber keine Aussicht auf Erfolg bietet. Daraus ergibt sich eine hohe Dunkelziffer von ca. 98 Prozent. In der Realität liegt die Aufklärungsquote daher bei unter 2 Prozent der vollendeten Taten. Angesichts dessen ist die  verbesserte Aufklärungsquote im Bereich der schweren Ladendiebstähle zwar grundsätzlich positiv zu bewerten, kann aber nur bedingt befriedigen.

Aufklärungsquote


 

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