27. April 2005
Einzelhandel gegen Mindestlöhne
Das Bundeskabinett hat heute Eckpunkte für eine Erweiterung
des so genannten Arbeitnehmer-Entsendegesetzes auf alle Branchen
beschlossen. Deutliche Kritik hieran übte in Berlin der
Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen
Einzelhandels (HDE), Holger Wenzel:
Das Entsendegesetz wird viele tausend Beschäftigte in die
Arbeitslosigkeit entsenden. Die geplante Mindestlohnregelungen sind
ein unheilvoller Pakt zwischen Bundesregierung und Gewerkschaften.
Nach dem Plan der Koalition kann das Bundeswirtschaftsministerium
auf Antrag der Branchengewerkschaft alleine darüber
entscheiden, ob ein für Mitglieder eines
Arbeitgebeberverbandes abgeschlossener Tarifvertrag auch auf
tarifungebundene Unternehmen Anwendung findet. Alle Kriterien, die
sicherstellen sollen, dass nicht jeder x-beliebige Tarifvertrag
über Mindestentgelte auf eine gesamte Branche angewendet wird,
sollen ausgehebelt werden. Es ist zutiefst undemokratisch, dass ein
Vertragspartner " die Gewerkschaft - alleine mit der
Bundesregierung über die Allgemeinverbindlichkeit von
Tarifverträgen entscheiden kann. Damit würden
Unternehmen, die niemanden zum Abschluss eines Tarifvertrages
für sie ermächtigt haben, gezwungen, nun die tariflichen
Bestimmungen anzuwenden. Das hat mit Tarifautonomie und
Koalitionsfreiheit nichts mehr zu tun.
Mit ihren Plänen für einen verbindlichen Mindestlohn,
lenkt die Regierung Wasser auf die Mühlen der Gewerkschaften.
In den laufenden Tarifverhandlungen im Einzelhandel hat Verdi
bereits gefordert, die unteren Lohngruppen um bis zu über 25
Prozent anzuheben. Die Ausweitung des Entsendegesetzes ist das
erste schmerzhafte Folterinstrument aus Münteferings
neomarxistischer Mottenkiste.
Für weitere Informationen
wenden Sie sich bitte an:
Hubertus Pellengahr
Pressesprecher
Tel.: (030) 72 62 50-65/66
Fax: (030) 72 62 50"69
eMail: hde@einzelhandel.de
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin