19. August 2009
HDE: Verbraucherinformation funktioniert
"Die Information der Verbraucher funktioniert. Eine Verschärfung des Gesetzes ist unnötig", sagte heute in Berlin Franz-Martin Rausch, verbraucherpolitischer Experte des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), mit Blick auf die Wahlprogramme der Parteien. So wollten Bündnis 90/Die Grünen das Verbraucherinformationsgesetz verschärfen, die SPD wolle die Verbraucher stärken und Die Linke den Konsumenten umfassende Informationsrechte einräumen. Die Union setze auf klare Informationspflichten, die FDP wolle eine bessere Information einschließlich Aufklärung und Zugang zu Informationen.
"Die bisherigen
Erfahrungen mit dem Verbraucherinformationsgesetz zeigen, dass
konkrete Verbraucheranfragen zeitnah und präzise beantwortet
werden", sagte Rausch. Allerdings würden pauschale Anfragen
einiger Organisationen die Behörden und Handelsunternehmen als
drittbetroffene Wirtschaftsakteure an den Rand der
Leistungsfähigkeit bringen und erhebliche Ressourcen binden.
So hätten im vergangenen Jahr beispielsweise 22 Anfragen
allein in einer Landesbehörde 1.600 Anhörungen bei
Unternehmen erforderlich gemacht. "Diesen pauschalen Anfragen muss
ein Riegel vorgeschoben werden", forderte der HDE-Experte. Er
erteilte auch Forderungen nach einem direkten Informationsanspruch
der Verbraucher gegenüber Unternehmen eine Absage. Dieser
würde dem in Deutschland und Europa verfolgten
ordnungspolitischen Kurs entgegenstehen. Außerdem, so Rausch:
"Ein solcher direkter Anspruch der Konsumenten auf Informationen
würde die Unternehmen einseitig belasten. Den Verbrauchern
würde er keinen Zusatznutzen bringen." Denn schon heute
würden Handelsunternehmen ihre Kunden weit mehr informieren
als der Gesetzgeber vorschreibt: im Internet, per Telefon, im
täglichen Gespräch mit den Kunden im Geschäft, aber
auch auf den Verpackungen der Eigenmarken und an den Regalen.
"Verbraucherinformation ist für den Handel kein
Lippenbekenntnis, sondern gelebte Praxis", so Rausch. "Denn
Einzelhändler haben ein starkes Eigeninteresse an der
Schaffung von Kundennähe und Vertrauen. Dazu bedarf es keiner
ergänzenden gesetzlichen Regelung."


