19. August 2009
Erbschaftsteuer und Unternehmensteuer: Betriebe entlasten
Es ist ermutigend, dass die Kanzlerin die Erbschaftsteuerreform nachbessern will, wenn die Wirtschaftskrise dies erfordert. Für den Handel ist dies unbedingt nötig", sagte heute in Berlin Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE). "Die Erbschaftsteuerreform ist aus Sicht des Einzelhandels unzureichend. Sie erschwert die Übergabe von Unternehmen an die nächste Generation und schadet damit dem Wirtschaftsstandort Deutschland." Nach der Anfang 2009 in Kraft getretenen Reform müssten Erben das Unternehmen zehn Jahre lang weiterführen und dabei die Arbeitsplätze weitgehend erhalten. "Zehn Jahre sind im schnelllebigen Einzelhandel eine halbe Ewigkeit. Im Ergebnis werden die dynamischen Unternehmen nun selten vollständig von der Erbschaftsteuer befreit werden", sagte Genth.
Keine der
Parteien plane Erleichterungen für den
Unternehmensübergang, bedauerte der HDE-Chef. Im Gegenteil,
Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke würden in ihren
Wahlprogrammen sogar eine noch größere Belastung der
Betriebe vorsehen. Das betreffe nicht nur die Erbschaftsteuer,
sondern auch die Unternehmensteuern. Hier würde Bündnis
90/Die Grünen ins Auge fassen, die Hinzurechnung von
Finanzierungsaufwendungen der Unternehmen bei der Gewerbesteuer
auszuweiten. "Dadurch würde sich die Gewerbesteuerlast
für Einzelhandelsunternehmen noch weiter erhöhen",
sagte Genth. Handelsunternehmen seien durch die geltende
Besteuerung von Kosten wie Miete und Pacht ohnehin schon über
Gebühr belastet. "Diese Elemente der
Unternehmensteuerreform müssen dringend korrigiert
werden", forderte Genth. "Die Besteuerung von Kosten wie
Miete und Pacht bei der Gewerbesteuer muss beseitigt oder zumindest
deutlich abgemildert werden. Das erwartet der Einzelhandel von der
künftigen Bundesregierung." Mietaufwendungen seien
für den Einzelhandel geschäftsbedingt unvermeidbare
Kosten, die nicht wie Gewinne besteuert werden dürften. Die
Steuerverschärfung könne in Zeiten der Krise schnell zu
einer Substanzbesteuerung führen, warnte der HDE-Chef.


