26. August 2008
Pflichtpfand nicht zielführend
"Das Pflichtpfand hat sein Ziel eindeutig verfehlt, die Mehrwegquote ist auf dem permanenten Sinkflug", stellte heute in Berlin Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE) klar. Vielmehr sei Einweg geradezu auf dem Vormarsch, da Kunden Einweg wünschen. Das belegen auch die Zahlen, die jetzt die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH (GVM) für 2007 vorlegt hat. "Für den Einzelhandel absolut nicht tragbar und unverhältnismäßig wären nun weitere Instrumente zur Diskriminierung der Einweggetränkeverpackungen", warnte Genth.
Im Wahlkampf
diskutiere man nun vorschnell über Instrumente, deren Wirkung
mehr als fraglich sei. "Die Politik sollte die Ergebnisse der
Studie zum Pflichtpfand abwarten. Es macht überhaupt keinen
Sinn, das Thema in die Wahlprogramme aufzunehmen, bevor der
Evaluierungsbericht vorliegt", betonte der HDE-Chef. Erst wenn neue
Erkenntnisse über ökologische Vorteile von
Mehrwegflaschen vorliegen, könne man über neue
Lösungen debaittieren. Daher seien auch Vorschläge zu
einer verbindlichen Kennzeichnung von Einweg- und
Mehrweggetränkeverpackungen verfrüht, so Genth. Wer wie
Bündnis 90/Die Grünen die Einführung einer
generellen Ressourcenabgabe fordere, solle auch gleichzeitig den
Misserfolg des Pflichtpfands ansprechen und die Konsequenzen
tragen. Auch die pauschale Forderung der CDU/CSU, Mehrwegsysteme zu
stützen, sei nur dann diskutabel, wenn das Ziel nicht zulasten
von Einweggetränkeverpackungen erreicht werde. Genth stellt
klar: "Weitergehende Forderungen nach zusätzlichen Abgaben bei
Einweg sind erst recht absurd. Unzweifelhaft daran sind einzig
zusätzliche Kosten für Verbraucher und Wirtschaft."


