2. September
2009
Ausbildung im Handel begehrt
"Handelsunternehmen sind nach wie vor begehrte Ausbildungsunternehmen", sagte heute in Berlin Wilfried Malcher, Ausbildungsexperte des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE). Es gebe deutlich mehr Bewerber bei den Arbeitsagenturen als dort angebotene Ausbildungsplätze, in West- wie in Ostdeutschland. Ostdeutschland habe allerdings besonders stark mit dem demographischen Wandel zu kämpfen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sei die Bewerberzahl für die Berufe Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel und Verkäufer/in in Ostdeutschland bis Ende August um rund ein Fünftel auf 12.700 zurückgegangen, so Malcher. Im Westen hingegen sei die Zahl um etwa 6.000 auf 68.900 gesunken.
Bei
Ausbildungsplätzen im Westen, die bekanntermaßen vielfach
nicht den Arbeitsagenturen gemeldet werden, weil sie auf anderen
Wegen besetzt werden, zeige sich ein deutlicher Zuwachs bei den
Verkäufer-Lehrstellen (um 10,6 Prozent auf 11.400). Angebote
im Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel auf der anderen Seite
seien um 5 Prozent auf 19.500 gesunken. Für Ostdeutschland
gebe es jedoch in beiden Berufen einen Rückgang der gemeldeten
Ausbildungsplätze um 13,0 Prozent bei den Kaufleuten (auf
3.800) und um 20,5 Prozent auf knapp 1.900 bei den
Verkäufern.
"Diese Relationen sind nur begrenzt aussagefähig, weil
der Einschaltungsgrad auf der Bewerberseite viel höher ist als
auf der Seite der Ausbildungsangebote durch die Unternehmen. Wir
gehen insgesamt davon aus, dass der Handel seine
Ausbildungsangebote nahezu stabil halten wird", sagte der
Ausbildungsexperte. Ob aus Ausbildungsangeboten tatsächlich
Ausbildungsverträge werden, hänge auch davon ab,
inwieweit sich geeignete Bewerber bei den Betrieben vorstellen und
dann auch den Ausbildungsplatz antreten würden. "Gerade in
Hinblick auf die Ausbildungseignung müssen Schulen und
Berufsberatungsstellen handeln", betonte Malcher.


