7. Oktober 2009
Krise als Chance: Handel und Kommunen stärken
Zu den Erwartungen des Einzelhandels an die Koalitionsverhandlungen und die künftige Steuerpolitik der Regierung erklärte heute in Berlin der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Stefan Genth:
Seit 2008 wird der Handel erheblich durch die Hinzurechnung wesentlicher Kosten bei der Gewerbesteuer belastet. Vor allem die Hinzurechnung fast eines Fünftels der Mieten und Pachten für Ladenlokale trifft die Unternehmen ins Mark. Verkauft wurde diese Maßnahme der Großen Koalition mit dem Argument, die Einnahmen der Städte und Gemeinden zu stabilisieren. Doch die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen in den letzten Monaten zeigt, dass auch die reformierte Gewerbesteuer ein untaugliches Mittel zur Stabilisierung der kommunalen Einnahmen ist. Die Gewerbesteuereinnahmen verhalten sich unverändert seit Jahrzehnten sehr volatil.
Die aktuelle Wirtschafts- und
Finanzkrise zeigt: Die Kommunalfinanzierung muss dringend
reformiert werden. Es macht keinen Sinn, den Unternehmen
Liquidität durch die Besteuerung von Kosten zu entziehen, ohne
dass sich eine Verstetigung der Einnahmen von Städten und
Gemeinden zeigt. Ein wesentliches Ziel der Unternehmensteuerreform
2008 ist nicht erreicht. Der Handel appelliert daher an die
Verhandlungspartner von CDU/CSU und FDP, jetzt die Chance zu
ergreifen, das Projekt einer grundlegenden Reform der
Kommunalfinanzierung auf die Schiene zu setzen. Dazu liegen seit
Jahren erarbeitete Vorschläge vor. Voraussetzung ist die
Abschaffung der Gewerbesteuer in ihrer jetzigen Form und
gleichzeitig die Integration eines kommunalen
Finanzierungsbeitrages in die Einkommensteuer. Ein eigenes
Hebesatzrecht für die Gemeinden versetzt diese in die Lage,
individuell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Kommune zu
reagieren. Kurzfristig brauchen die deutschen Handelsunternehmen
jedoch eine dringende Entlastung bei dieser Kostenbesteuerung, die
umso stärker wirkt, je geringer die Gewinne ausfallen.
Angesichts der Arbeitsmarktprognosen wird es immer
wahrscheinlicher, dass auch der Einzelhandel noch stärker in
den Sog der Krise gerät. Darum ist schnelles Handeln geboten:
Die zukünftige Regierung sollte sich darauf verständigen,
den Finanzierungsanteil für Mieten und Pachten von Immobilien
auf 25 Prozent zu senken
Für weitere Informationen
wenden Sie sich bitte an:
Hubertus Pellengahr
Pressesprecher
Tel.: (030) 72 62 50-65
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