28. Oktober 2009
Mündiger Verbraucher im Fokus
Der Einzelhandel begrüßt die positive Ausrichtung der Verbraucherpolitik im Koalitionsvertrag von Union und FDP. "Die neue Regierung hat erkannt, dass es bei Themen rund um Lebensmittel und Ernährung um das Prinzip "Bildung" gehen muss und nicht um "Bevormundung" durch Reglementierung", sagte dazu heute in Berlin Franz-Martin Rausch, verbraucherpolitischer Experte des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE). Die Politik wolle erfreulicherweise dem Leitbild des mündigen Verbrauchers folgen und erteile der Konsumlenkung der Verbraucher, sei es durch Ampeln, durch Werbeverbote oder Strafsteuern eine klare Absage. Für den HDE gelte, kündigte Rauschan: "Wir werden unseren bewährten und offenen Dialog mit der Bundesregierung zu allen anstehenden verbraucherpolitischen Fragen fortsetzen."
Das betreffe
auch das Thema "Verbraucherinformationsgesetz". Hier habe die
Koalition eine Reform des Gesetzes angekündigt. Dies halte der
Einzelhandel für überflüssig. "Wir haben eine
funktionierende Verbraucherinformation. Eine Verschärfung des
Gesetzes ist unnötig", sagte Rausch. Eine Absage erteilte
er einem direkten Informationsanspruch der Verbraucher gegen die
Unternehmen. Dieser würde die Unternehmen einseitig belasten,
den Konsumenten aber keinen Zusatznutzen bringen. Die bisherigen
Erfahrungen mit dem Verbraucherinformationsgesetz würden
zeigen, dass konkrete Verbraucheranfragen zeitnah und präzise
beantwortet werden. Allerdings würden pauschale Anfragen
einiger Organisationen die Behörden und Handelsunternehmen als
drittbetroffene Wirtschaftsakteure an den Rand der
Leistungsfähigkeit bringen und erhebliche Ressourcen binden.
Diesen pauschalen Anfragen müsse ein Riegel vorgeschoben
werden. Bereits heute würden Handelsunternehmen ihre Kunden
weit mehr informieren als der Gesetzgeber vorschreibt: im Internet,
per Telefon, im täglichen Gespräch mit den Kunden im
Geschäft, aber auch auf den Verpackungen der Eigenmarken und
an den Regalen. "Verbraucherinformation ist für den Handel
gelebte Praxis", so Rausch.


