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Handel: Keine Verantwortung für Bauern-Probleme

13. Januar 2010

"Der Markt macht den Preis. Das müssen die Bauern begreifen", sagte heute in Berlin Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), zu den Äußerungen von Bauernpräsident Sonnleitner auf der Grünen Woche. Angebot und Nachfrage ließen sich nicht durch künstliche Preiserhöhungen aushebeln. "Der Wettbewerb im Einzelhandel funktioniert. Der Handel ist nicht für strukturelle Probleme der Milchwirtschaft und Absatzprobleme in internationalen Märkten verantwortlich. Erzeuger und Verarbeiter müssen ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und marktwirtschaftlicher produzieren", forderte der HDE-Chef.

Den Vorwurf, der Lebensmitteleinzelhandel würde seine Marktmacht zu Ungunsten der Bauern ausnutzen, wies Genth zurück: "Es gibt keine generelle einseitige Nachfragemacht des Lebensmittelhandels." Das belege auch eine aktuelle Studie des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln. Das Bundeskartellamt habe ebenfalls festgestellt, dass es keine wettbewerbsbeschränkende Nachfragemacht des Lebensmitteleinzelhandels gegenüber den Molkereien und Milchproduzenten gebe. Genth wies darauf hin, dass immerhin nur 14 Prozent der in Deutschland erzeugten Milch als Frisch- oder H-Milch in die Regale des Handels kommen würden. Nur 40 Prozent der in heimischen Molkereien hergestellten Produkte würden hier verkauft. 44 Prozent würden exportiert. Die Molkereien hätten also auch andere Absatzkanäle als den Handel. "Die privaten Haushalte geben nur 1,4 Prozent ihrer Verbraucherausgaben für Molkereiprodukte und Eier aus. Nur etwa 0,25 Prozent werden für frische Milch und H-Milch verwendet. Damit werden etwa 80 Prozent der Verbraucherausgaben für Molkereiprodukte nicht für Milch, sondern für weiterverarbeitete Produkte wie Käse, Quark oder Joghurt verwendet", rechnete Genthvor. Gerade bei diesen Produkten sei die Marktsituation völlig anders als bei Frischmilch. Außerdem sei trotz erheblicher Schwankungen des Verkaufspreises für Milch und Molkereiprodukte in den vergangenen Jahren die Handelsspanne weitgehend stabil geblieben. "Der Einzelhandel gibt die durch die Marktlage erzielten Preisvorteile unmittelbar an die Verbraucher weiter", so Genth.

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