LOGIN

 
HDE

Klimaschutz leben - Handel und Energieeffizienz

Energieeffizientes Wirtschaften gehört in deutschen Handelsunternehmen bereits seit Jahren zum Alltag. Das damit einhergehende Bewusstsein für umweltfreundliches Handeln ist im deutschen Einzelhandel außerordentlich hoch.

HDE und Bereich "Großfläche und Filialbetriebe"
Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) ist seit über 80 Jahren die Spitzenorganisation des deutschen Einzelhandels für rund 400.000 selbständige Unternehmen mit insgesamt 2,7 Millionen Beschäftigten und etwa 400 Milliarden Euro Umsatz. Der Einzelhandel ist nach Industrie und Handwerk der drittgrößte Wirtschaftszweig in Deutschland. Der HDE hat 100.000 Mitgliedsunternehmen aller Branchen, Standorte und Größenklassen, die gemeinsam über 250 Milliarden Euro Umsatz im Jahr erwirtschaften.

Filialisierte und großflächige Unternehmen des Einzelhandels, die Mitglied des HDE sind, bilden innerhalb des HDE einen aktiven Arbeitszirkel, der bedeutende aktuelle nationale und europäische Themen behandelt. Unternehmen aus diesem Kreis und weitere Unternehmen haben sich entschlossen, ihr Engagement im Bereich Klimaschutz zusammen zu stellen und anhand von Beispielen anschaulich zu illustrieren. Das Ergebnis ist die eindrucksvolle Broschüre "Klimaschutz leben " Handel und Energieeffizienz".

Zum Aufbau der Broschüre: Um dem interessierten Leser einen Überblick über Aktivitäten in der Branche sowie über das Themenspektrum des Einzelhandels zu geben, wurden die Beispiele in vier Themenblöcke gruppiert: Angefangen bei "Transport und Logistik", über "Gebäude und Standorte" sowie "Sortiment und Verbraucher" bis hin zu "Erneuerbare Energien" hat der Handel seine gesamte Lieferkette auf Einsparpotenziale und alternative Lösungen durchleuchtet. Viele der nachfolgend aufgeführten Initiativen und Maßnahmen werden von den meisten Unternehmen standardmäßig bereits umgesetzt. In jedem der vier Bereiche werden darüber hinaus einzelne Projekte aufgeführt, die besonders innovativ sind und neue Standards setzen könnten.

Der HDE macht mit dieser Publikation einmal mehr sichtbar, mit welcher Kompetenz und Konsequenz seine Mitglieder zum Klimaschutz
und zur Optimierung der Energieeffizienz beitragen.

Energieeffizientes Wirtschaften ist nicht neu
Energieeffizientes Wirtschaften gehört in deutschen Handelsunternehmen bereits seit Jahren zum Alltag. Das damit einhergehende Bewusstsein für umweltfreundliches Handeln ist im deutschen Einzelhandel außerordentlich hoch. Schon allein aus Kostengründen achten die Unternehmen darauf, ihren Stromverbrauch zu regulieren und zu managen. Auch die Anzahl freiwilliger Maßnahmen und Projekte, für die Investitionen erforderlich sind, steigt stetig an. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht alle Maßnahmen, die zu erhöhter Energieeffizienz beitragen, dokumentiert und als Beitrag zum Klimaschutz kommuniziert werden. Dennoch gehört es mittlerweile auch zur Kommunikation der Unternehmen, über ihre Anstrengungen zur Ermittlung und Umsetzung von Energieeinsparpotenzialen auf Internetseiten, über Pressemitteilungen und in Nachhaltigkeitsberichten verstärkt zu berichten.

Klimawandel als wirtschaftspolitische Herausforderung
Spätestens seit dem EU-Gipfeltreffen unter deutscher Ratspräsidentschaft im März 2007 steht eine Verringerung der CO2-Emissionen und die Steigerung der Energieeffizienz in Wirtschaft und Gesellschaft im Mittelpunkt einer modernen Umweltpolitik.

Auf nationaler Ebene hat die Bundesregierung im Dezember 2007 ein erstes Paket von Gesetzen, Verordnungen und weiteren Maßnahmen zur Umsetzung der im August 2007 beschlossenen Eckpunkte für ein integriertes Energie- und Klimaprogramm vorgelegt; für Mai 2008 wurde ein weiteres Paket angekündigt. Beide Maßnahmenpakete verfolgen das Ziel, bis zum Jahr 2020 den Ausstoß von Treibhausgasen gegenüber dem Basisjahr 1990 um 40 % zu reduzieren.

Die Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie das Erneuerbare Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) sollen neben anderen Vorhaben den weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien fördern. Das EEG beinhaltet Rahmenbedingungen für die Einspeisung, Übertragung und Verteilung von Strom aus erneuerbaren Energien und deckt die Bereiche Wärmeerzeugung aus Biomasse, Solarenergie und Geothermie ab. Ziel der Bundesregierung ist es, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung bis 2020 auf 25 % bis 30 % zu erhöhen.

Die Europäische Kommission hat im Januar 2008 Richtlinienvorschläge vorgelegt, mit denen die im letzten Jahr vereinbarten Energie- und Klimaschutzziele europaweit umgesetzt werden sollen. Die Brüsseler Behörde schlägt darin u.a. verbindliche nationale Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien vor.

Um den Anteil der erneuerbaren Energien am europaweiten Energieverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 20 % zu erhöhen, müssen die Mitgliedstaaten unterschiedlich hohe Anteilsmengen umsetzen. Sie reichen von 10 % für Malta bis 49 % für Schweden. Von Deutschland wird eine Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien auf 18 % bis zum Jahr 2020 erwartet.

Europa will seinen CO2-Ausstoß bis 2020 um 20 % gegenüber 1990 reduzieren, sollten die internationalen Klimaverhandlungen erfolgreich sein, sogar um 30 %.

Handelsunternehmen leisten freiwillig ihren Beitrag zum Klimaschutz

Gesetzgeberische oder politische Maßnahmen, ob sie auf nationaler oder europäischer Ebene getroffen werden, müssen aus Sicht des Handels wirtschaftlich und verursachergerecht sein und die Leistungsfähigkeit der Betroffenen angemessen berücksichtigen.

Auch müssen politische Lösungen Wirtschaftsunternehmen genügend Spielraum lassen, damit die Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen " auch angesichts der Vielfalt ihrer geschäftlichen Aktivitäten - entwickeln können.

Der Einzelhandelssektor, als drittgrößte Wirtschaftsbranche Deutschlands, wird mit Entschlossenheit und Kreativität seinen Teil zur Erreichung der ehrgeizigen Ziele beitragen.

Handel ist Versorger
Handelsunternehmen müssen vor Ort täglich frische Lebensmittel und Konsumgüter in allen Vertriebslinien des Einzelhandels für immer anspruchsvoller werdende Kunden bereitstellen. Jeder einzelne Artikel muss vom Hersteller zum Point of Sale transportiert und für den Kunden bereitgestellt werden. Die dahinter stehende Logistik koordiniert Wege, Lagerkapazitäten und Transportmittel in kaum überschaubaren Größenordnungen. Die insgesamt über 400.000 Unternehmen des Einzelhandels in Deutschland, mit bundesweit bis zu 10.000 Filialen pro Unternehmen, müssen dabei die dauerhaft steigenden Energiepreise schultern. Ohne Strom
und Treibstoff käme der Handel zum Erliegen - und damit die Grundversorgung der Bevölkerung.

Handelsunternehmen in Deutschland halten mit der technologischen Entwicklung Schritt und wirtschaften bereits heute energieeffizient. Dies unterscheidet den deutschen Handel von anderen Wettbewerbern in der EU. Handelsunternehmen in anderen EU-Mitgliedstaaten haben sich in den letzten Monaten ehrgeizige Ziele gesteckt und werben u. a. mit hohen CO2-Einsparungen. Durch die bereits vielfältig und freiwillig geleisteten Maßnahmen und Initiativen ist die erzielte Ausgangsbasis in Deutschland schon deutlich besser als im europäischen Vergleich. Zudem setzen die nationalen Umweltschutzvorgaben beispielsweise im Kreislaufwirtschafts- und Abfallrecht höhere Anforderungen an deutsche Unternehmen im Vergleich zu anderen europäischen Umweltstandards. Dennoch hat auch der deutsche Handelssektor noch Innovationspotenzial - sei es im Bereich neuester Technologien, Energiemanagementsysteme oder erneuerbarer Energien.

  Handelsverband Deutschland © 2010 ‐ Impressum | Werbung