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Grüne Produkte und nachhaltiger Konsum

Jedes Erzeugnis entfaltet Auswirkungen auf die Umwelt. Diese unterscheiden sich je nach Produkt stark voneinander und fallen schwerpunktmäßig in den unterschiedlichen Phasen des Lebenszyklus (u. a. Herstellung, Transport, Nutzung, Entsorgung) an.

Einfluss entlang der Lieferkette
Einzelhandelsunternehmen nutzen die durch ihre Nähe zu den Herstellern gegebenen Möglichkeiten immer
intensiver, um die Umweltbedingungen entlang der Lieferkette zu gestalten. Dabei bedient sich der Einzelhandel – neben der Weitergabe von Kundenwünschen an die Zulieferer – insbesondere der Integration von Umweltanforderungen in die Einkaufsbedingungen und der Intensivierung der Zusammenarbeit mit besonders umweltfreundlichen Lieferanten.

Sortimentsgestaltung
Der Handel bietet schon heute flächendeckend ein großes und weiter wachsendes Sortiment besonders
umweltfreundlicher Produkte an, Tendenz steigend. Auf den ersten Blick sind solche Produkte oft durch
ihre besondere Kennzeichnung erkennbar. Das gesetzliche EU-Energieeffizienz-Label für Elektrogeräte
schafft Transparenz und hat so den Wettbewerb der Hersteller um immer effizientere Geräte beflügelt. In
den Geschäften sind in bestimmten Produktkategorien inzwischen fast nur noch Geräte der effizientesten
Einstufung A (bzw. A+, A++) zu finden. Viele weitere Nonfood-Produkte werden durch freiwillige Labels
für ihre besonderen Umwelteigenschaften ausgezeichnet – in Deutschland deckt der „Blaue Engel“ eine
breite Produktpalette ab.

Weitere bekannte Labels sind das „Forest Stewardship Council (FSC)“ für Holzprodukte und das „Ökotex“-
Label für Textilien. Im Lebensmittelsortiment geben insbesondere die Labels „Bio“ und „Fairtrade“ über die
Nachhaltigkeit der Produkte Auskunft, bei Fisch kommt das Label des „Marine Stewardship Council (MSC)“
hinzu. Verfügbarkeit von und Umsatz mit den meisten der genannten besonders nachhaltigen Sortimente
wachsen beständig.

Labels sind nicht alles
Es gibt auch stichhaltige Argumente gegen den wachsenden „Labeldschungel“. Mehr und mehr Handelsunternehmen sehen sich dazu veranlasst, alternativ oder ergänzend zu gekennzeichneter Ware auch bei nicht gekennzeichneter Ware bzw. generell beim breiten Sortiment für den „Massenmarkt“ mehr auf Nachhaltigkeitsaspekte zu achten. Dabei ermöglichen besonders Eigenmarken einen direkten Einfluss auf die Produktgestaltung.

Derzeit wird intensiv an der Erfassung und Minimierung des CO2-Fußabdrucks von Produkten („Carbon Footprint“) gearbeitet. Vier Handelsunternehmen nehmen an einem wichtigen Pilotprojekt5 zum Thema teil, weitere Unternehmen forschen hierzu, und der HDE hat als erster großer Verband dieses Thema aktiv begleitet.

Neben der Reduzierung von Klimaauswirkungen wird zunehmend auch an einer Minimierung weiterer Umweltauswirkungen der Produkte gearbeitet, beispielsweise im Zusammenhang mit Abfalleigenschaften,
Wasserverbrauch und der Verwendung bestimmter Chemikalien.

Verbrauchersensibilisierung
Als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Verbrauchern hat der Einzelhandel eine Mitverantwortung, die Kunden für Nachhaltigkeitsaspekte zu sensibilisieren. Diese Aufgabe ist eine Herausforderung – denn grundlegende Fragen sind noch offen:
Was ist ein nachhaltiges Produkt?
Wie können die einzelnen Umweltauswirkungen von Produkten gemessen werden?
Wie sind die verschiedenen Umweltauswirkungen gegeneinander zu gewichten?
Hier sind dringend gemeinsame Antworten nötig. Die Politik ist gefordert, auf wissenschaftlicher Grundlage
langfristige Ziele zu formulieren, um verlässliche Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Wirtschaften zu
schaffen.

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