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HDE

Handel nicht Sündenbock für Strukturprobleme der Milchbranche

11. Mai 2010

In der heutigen Anhörung des Bundeskartellamtes zum Zwischenbericht ‚Sektoruntersuchung Milch’ nahm Stefan Genth für den Handelsverband Deutschland (HDE) Stellung. Die Behörde hatte in dem im Januar veröffentlichten Bericht dem pauschalen Vorwurf widersprochen, der Wettbewerb im Milchsektor würde nur eingeschränkt funktionieren und der Lebensmitteleinzelhandel würde auf Grund der nachgefragten Menge der Milchwirtschaft die Preise diktieren.

Der Zwischenbericht bestätigt damit die bisherige Position des HDE. "Es gibt keine generelle einseitige Nachfragemacht des Lebensmittelhandels", betonte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Den Vorwurf, der Lebensmitteleinzelhandel würde seine Marktmacht zu Ungunsten der Bauern ausnutzen, wies Genth zurück. Lediglich 14 Prozent der in Deutschland erzeugten Milch kämen als Frisch- oder H-Milch in die Regale des Handels. Nur 40 Prozent der in heimischen Molkereien hergestellten Produkte würden hier verkauft. Die Molkereien hätten also auch andere Absatzkanäle als den Handel.

Genth verwies darauf, dass etwa 80 Prozent der Verbraucherausgaben für Molkereiprodukte für weiterverarbeitete Produkte wie Käse, Quark oder Joghurt verwendet würden. Gerade bei diesen Produkten sei die Marktsituation völlig anders als bei Frischmilch. Auch habe es in den vergangenen Jahren erhebliche Schwankungen beim Verkaufspreis für Milch und Molkereiprodukte gegeben. "Von einer Preisspirale nach unten kann im langfristigen Vergleich keine Rede sein", so Genth.

"Der Handel kann nicht der Sündenbock für die Strukturprobleme der Milchbranche sein", so Genth weiter. Dass es sowohl bei Landwirten als auch bei den Molkereien große Überkapazitäten gibt, könne nicht dem Handel angelastet werden. In der Milchbranche sei dringend eine Konsolidierung nötig.

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