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Milchpreise: Handel und Landwirtschaft als Partner

23. März 2016

Mit Blick auf den heutigen Aktionstag der Bauern macht der Handelsverband Deutschland (HDE) deutlich, dass lediglich 37 Prozent der in Deutschland produzierten Milch in den Lebensmitteleinzelhandel fließen. Fast die Hälfte (49%) geht dagegen in den Export, andere Teile in die Weiterverarbeitung.

„Von einer einseitigen Abhängigkeit der Milchwirtschaft vom Lebensmitteleinzelhandel kann keine Rede sein“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die Einzelhandelspreise könnten nicht für die Probleme der Bauern verantwortlich gemacht werden. Ursachen seien vielmehr Überkapazitäten durch staatliche Überförderung und einbrechende Märkte wie China. Die Verbraucherpreise für Milch hätten sich zwischen 2010 und 2014 bei frischer Milch um 24 Prozent erhöht. Der 2015 deutlich gesunkene Milchpreis im Regal werde nun von den Bauernverbänden in Deutschland und Europa dafür genutzt, um die wirtschaftliche Misere der Erzeuger an der Preispolitik des Einzelhandels festzumachen. Dabei lägen die Verkaufspreise trotz des Preisrückgangs in 2015 noch immer deutlich über dem Niveau von 2010, bei Frischmilch beispielsweise um elf Prozent.

„Der Lebensmittelhandel sieht sich als Partner der Landwirtschaft“, so Genth weiter. Schon heute kämen schätzungsweise 80 Prozent der Frischwaren aus deutscher Produktion. Die Kunden seien bereit, einen höheren Preis für einen erkennbaren Mehrwert zu zahlen, so zum Beispiel für qualitativ hochwertige und nachhaltige, tierwohlgerecht hergestellte Lebensmittel. Hier läge eine große Chance, neben der exportorientierten Massenproduktion auch eine höhere Wertschöpfung durch mehr Nachhaltigkeit in der Nahversorgung zu erzielen.

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