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Deutscher Handelsimmobilienkongress: Flächenwachstum im Handel setzt sich fort

26. Januar 2016

Auf dem Deutschen Handelsimmobilienkongress in Berlin machte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth deutlich, dass die Zeichen im Einzelhandel trotz Digitalisierung nach wie vor auf Flächenwachstum stehen.

Insgesamt sei der stationäre Handel aber angesichts der hohen Wachstumsraten im Online-Handel unter Druck. Umso wichtiger seien passende politische Rahmenbedingungen für die Digitalisierung der stationären Flächen.

„Der Handelsimmobilienmarkt in Deutschland wächst weiter. Im vergangenen Jahr konnte ein Rekordniveau bei den Investitionen verzeichnet werden“, so Genth weiter. Demnach stiegen die Investitionen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 120 Prozent auf 13 Milliarden Euro. Gründe dafür seien die stabile Konjunktur und der gute Ruf des deutschen Handelsimmobilienmarktes. Auch die ersten Signale für das laufende Jahr seien positiv.

Gleichzeitig wachse aber der Modernisierungsdruck auf die Unternehmen vor Ort: „Die Digitalisierung macht vor dem stationären Handel nicht halt. Die Händler brauchen Breitband-verbindungen und Rechtssicherheit beim Angebot von WLAN-Netzen“, so Genth weiter. Die Störerhaftung müsse deshalb abgeschafft und nicht durch Registrierungspflichten für die Kunden ersetzt werden. Die Digitalisierung des Handels stelle auch besondere Anforderungen an die Handelsimmobilien. So müssten diese baulich so gestaltet sein, dass beispielsweise flächendeckender WLAN-Empfang möglich ist.

Ein längerfristiges Risiko für den Markt stelle die demographische Entwicklung dar. „Wo kein Kunde ist, kann auch kein Handel betrieben werden. In einigen Regionen leiden die Händler schon heute unter schrumpfenden Bevölkerungszahlen“, so Genth. Insgesamt werde die Schere zwischen den unterschiedlichen Standortlagen immer weiter auseinandergehen. Top-Lagen verzeichneten einen weiteren Bedeutungszuwachs, während ländliche Regionen perspektivisch eher verlieren würden. Der wachsende Online-Handel bringe viele innenstädtische Händler durch sinkende Kundenfrequenzen unter Druck. Genth: „Bis 2020 könnten in Deutschland 50.000 stationäre Geschäfte vom Markt verschwinden.“ Gleichzeitig gebe es aber auch gegenläufige Trends: So eröffneten immer mehr Hersteller eigene Geschäfte und ursprünglich reine Online-Händler drängten zunehmend in den stationären Bereich. Der wachsende E-Commerce und der Multichannel-Handel erhöhen zusätzlich den Bedarf an Lager- und Logistikflächen für die Branche. So wurde das außergewöhnlich hohe Transaktionsvolumen des Jahres 2014 in diesem Immobiliensegment im vergangenen Jahr 2015 noch übertroffen.

 

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