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Halbzeit im Konsumjahr 2014

02. Juli 2014
von Olaf Roik, HDE-Chefvolkswirt

Der Einzelhandel hat seine Umsätze im ersten Halbjahr 2014 nach HDE-Schätzung um nominal zwei Prozent steigern können.

Preisbereinigt reichte es noch für ein Plus von einem Prozent. Das Umsatzvolumen ohne Umsatzsteuer betrug rund 220 Milliarden Euro.

Die Branche kann mit dem ersten Halbjahr zufrieden sein. Die Rahmenbedingungen sind derzeit einfach gut. Hohe Erwerbstätigkeit, steigende verfügbare Einkommen, eine zwischen 2008 und 2013 von 11,5 Prozent auf 10,0 Prozent spürbar gesunkene Sparquote und ein niedriges Zinsniveau stützen den Konsum.

Kein Wunder also, dass Verbraucher und Unternehmen positiv gestimmt sind. Der Einzelhandel erwartet auch für das Gesamtjahr eine Entwicklung über Vorjahr. Über alle Branchen hinweg rechnen 44 Prozent der vom HDE befragten Unternehmen in 2014 mit steigenden Umsätzen, 24 Prozent mit rückläufigen Erlösen. Unter dem Strich dürfte es nach Prognose des HDE für ein Umsatzplus von nominal 1,5 Prozent reichen. Vielleicht ist auch etwas mehr drin. Preisbereinigt wird der Einzelhandel das Vorjahresniveau halten können.

Die vergleichsweise guten Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Wachstumspotenzial des Einzelhandels begrenzt bleibt. Hohe Ausstattungsgrade der privaten Haushalte und eine starke Konkurrenz zu alternativen Verwendungen der Einkommen engen Spielräume ein. So fließt ein Großteil des Konsums in Segmente, die nicht dem klassischen Einzelhandel zuzurechnen sind wie Immobilien und Reisen.

Im langfristigen Trend stagnieren die Umsätze. Preisbereinigt liegen sie noch unter dem Niveau aus 2005 (-2,2 Prozent). Der Einzelhandel hat sich damit von der verhalten positiven Entwicklung der Konsumausgaben weitgehend abgekoppelt. Wichtigstes Wachstumssegment ist der Onlinehandel. Seit 2005 stieg der Umsatz hier um rund 130 Prozent. Wir rechnen für 2014 mit einem weiteren spürbaren Anstieg um 17 Prozent auf 38,7 Milliarden Euro. Der Online-Marktanteil liegt aktuell bei rund 9 Prozent und könnte sich bis 2020 auf 20 Prozent erhöhen.

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